FLVW Kreis 2 - Lüdenscheid

Die DFB-Stützpunkte: Erste Station für Talente

Die erste Stufe im Talentfördersystem des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und der Landesverbände stellen die DFB-Stützpunkte dar. Insgesamt 366 Stützpunkte, von denen 31 in Westfalen liegen, garantieren eine großflächige und umfangreiche Sichtung aller Talente. Das flächendeckende System von den Stützpunkten des DFB-Talentförderprogramms und den Talentzentren der Lizenzvereine stellt sicher, dass jedes leistungswillige Talent in Deutschland auch tatsächlich erfasst und je nach aktuellem Können optimal gefördert wird.

Im komplexen Sportspiel Fußball ist die Prognose äußerst schwierig, ob ein junger Spieler in ferner Zukunft zu einem Fußballer der Extraklasse heranreifen wird. Beste fußballerische Anlagen als D- oder C-Junior sind zwar eine unerlässliche Basis, bedeuten aber noch lange nicht, ob dieser junge Spieler später auch tatsächlich im Spitzenfußball landen wird. Zu unterschiedlich sind die Entwicklungsverläufe viele im Kindesalter noch überragende Talente stagnieren später trotz besten Trainings, andere zunächst unauffälligere Typen rücken nach späten Leistungssprüngen ins Rampenlicht.

Die Konsequenz daraus ist, dass sich der deutsche Fußball nicht zu früh ausschließlich auf einen kleinen Kreis an Top-Talenten konzentrieren und damit ein Großteil seiner Talente von vornherein unberücksichtigt lassen darf. Stattdessen muss es das Ziel sein, möglichst viele talentierte und leistungswillige junge Spieler in Deutschland zu erfassen und zu fördern. Nur so können wir relativ sicher sein, dass sich am Ende die wirklich besten aller Talente im Spitzenfußball und in unserer Nationalmannschaft wiederfinden.

Die Ziele und Vorteile des DFB-Talentförderprogramms

Egal, wo ein Kind in Deutschland Fußball spielt, ob im Süden oder Norden, ob in der Großstadt oder im ländlichen Raum, ob im Regionalliga-Klub oder im Kreisliga-Verein, es muss die gleiche Chance besitzen, von den Trainern des Talentförderprogramms gesichtet zu werden. Und das nicht nur einmal, sondern regelmäßig. Wird der Junge oder das Mädchen einmal für talentiert befunden, soll es auch dauerhaft und konstant ausgebildet werden. Von Fachkräften, die mindestens die Trainer-C-Lizenz erworben haben. Nach einer einheitlichen Methodik. Und nach individuellen Bedürfnissen. Schließlich ist das Fördertraining eine Ergänzung zum Vereinstraining und dient vor allem der Taktik- und Technikschulung. Im Endeffekt soll für das Talent ein häufigeres und qualifizierteres Training angeboten werden.

Das DFB-Talentförderprogramm spricht gerade im D-Junioren-Bereich eine große Gruppe junger Vereinsspieler an. Das Ziel, dabei zu sein, wird für die Kinder somit greifbar, erreichbar. Daraus können Nachwuchskicker Motivation ziehen. Aber nicht nur die Begeisterung wächst, auch die Talentsichtung der Landesverbände wird weiter optimiert. Schließlich halten jetzt noch mehr Fachleute die Augen auf. Sportlich wird sich das Niveau der Spieler durch das qualifizierte Zusatztraining ebenfalls verbessern.

Qualität und Quantität des Trainings aller ambitionierten Talente werden somit gerade zu Beginn der Karriere durch diese Förderung in den DFB-Stützpunkten verbessert. Damit aber nicht genug. Die besten Nachwuchsspieler kommen wie bisher in den zusätzlichen Genuss der Förderung durch die Verbände und die Junioren-Nationalmannschaften. Nur dieses Teamwork aller, die einen jungen Spieler begleiten, garantiert, dass jedes einzelne Talent sein fußballerisches Potential optimal ausschöpfen kann.

Das Ziel der neuen Struktur ist es letztlich, eine ausreichende Zahl an Spitzenspielern auszubilden. Gerade der höherklassige Amateurfußball wird von diesen enormen Anstrengungen profitieren, denn er kann ebenfalls auf einen Kreis an spielstarken Fußballern zurückgreifen.